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Zur deutschen Sprache: Verschwundene Wörter, Redewendungen, Spruchweisheiten, Schimpfwörter, Plattitüden, Idiome ...



1. Untergegangen oder obsolet


Wörter zu entdecken, die heute aus der deutschen Sprache verschwunden oder die veraltet sind, hat eine besondere Faszination. Viele dieser Begriffe sind zwar deutsch, klingen aber dennoch fremd und verleiten deshalb oft zur Annahme einer falschen Bedeutung. Die englische Semantik braucht in vergleichbaren Konstellationen den Terminus des „false friend“. Ein „Einzögling“ war beispielsweise nicht eine Person, die in ein Land einwandert, gemeint war im Gegenteil ein Ortsansässiger. „Waglich“ meinte gefährlich, „einfältig“ nicht etwa geistig beschränkt, sondern einfach, simpel, eben: einmal gefaltet und nicht mehrmals. In der klassischen deutschen Literatur, bei Goethe, Schiller und ihren Zeitgenossen, den Romantikern und auch noch näher an unsere Zeit, begegnet man solchen befremdlichen Wörtern immer wieder. Allenfalls nur kontextuell lässt sich heute erahnen, dass ein „Enthalt“ einen Aufenthalt bezeichnete. „Hofieren“ liegt dann besonders weit von der heute gebräuchlichen Bedeutung. Das Verb meinte nichts besonders Höfisches, sondern seine Notdurft verrichten. 


Wieder andere Begriffe sind nicht deutschen Ursprungs und ihr Sinn ist kaum zu erahnen. Wer weiss denn schon, dass mit „Valant“ der Teufel, mit „Orlog“ ein Krieg gemeint war, dass ein „Secret“ oder ein „Privet“ Euphemismen für das "heimliche Gemach" waren, dass „Terminey“ einen Bezirk bezeichnete, dass ein „Vocativus“ ein Schelm war? „Fasson“ bedeutete nicht die Art und Weise, sondern meinte unnötiges, lästiges Geschwätz. Besonders schön ist dann die für etymologisch Interessierte noch verständliche „Valetrede“, die Abschiedsrede.


Solche Beispiele finden wir bei


Nabil Osman, Kleines Lexikon untergegangener Wörter (München 1971). 


Das Buch sei die erste Sammlung dieser Art, so lesen wir. Osman gibt den untergegangenen Wörtern Verweise bei von Johann Christoph Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart (Wien 1811), Johann Heinrich Campe, Wörterbuch der Deutschen Sprache, 5 Bde. (Braunschweig 1807-1811) sowie von weiteren Verfassern von Wörterbüchern seiner und vor seiner Zeit.


Nabil Osman ist Germanist, und er hat auch ein 


Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft (München 1992)


geschaffen, das noch erhältlich ist. Wir lernen die ursprüngliche Bedeutung von fünfhundert arabischen Wörtern kennen und erfahren, welchen veränderten Sinn sie auf dem Weg zum Eingang in die deutsche Sprache angenommen haben. 


Auf andere Weise verfährt


Heinrich Scheffler, Wörter auf Wanderschaft (Pfullingen 1986)


in seinem Kompendium, in dem er auch einzelne Redewendungen bespricht (z. B. „aus einem Guß sein“, „einen Bären aufbinden“). Der Autor geht, so der Untertitel, den Schicksalen von Wörtern und Redensarten auf den Grund. Er erläutert die sprachliche Herkunft der einzelnen, alphabetisch aufgeführten Wörter und Redensarten und beleuchtet deren sich wandelnde Bedeutung im Verlauf der Zeit. Dabei spannt er einen weiten Bogen. Beispielsweise: Das Wort Gassenhauer gehe - wahrscheinlich zur allgemeinen Überraschung - auf das frühneuhochdeutsche vulgäre Verb „hauen“ für „gehen“ zurück. „Gassenhauer“, auch „Pflastertreter", war im frühen sechzehnten Jahrhundert eine Bezeichnung für Nachtbummler und betrunkene Heimkehrer nach der Schliessung der Gaststuben spätnachts.


Gassenhauer ! Pflastertreter! lllustration © Melanie Lauchenauer (M. L.)


In der heutigen Bedeutung des Wortes erhalten geblieben sind die Lieder, die sie dabei sangen, allgemein der Lärm, mit dem sie die Nachtruhe störten. Jedes einzelne Wort, jede einzelne Redewendung wird bei Heinrich Scheffler zu einer kurzen, oft überraschenden Geschichte der deutschen Kultur.



Ähnlich wie Heinrich Scheffler geht auch


Peter Köhler, Basar der Bildungslücken. Kleines Handbuch des entbehrlichen Wissens (München 2000)


vor. In sechsundsechzig Kapiteln, die meisten betitelt nach Redensarten wie „Schall und Rauch“, „Dem Gaul aufs Maul geschaut“ oder „Durch die Blume“, bespricht er den jeweiligen Sinn und fragt nach der Herkunft und allfälligen Bräuchen, die mit solchen sprachlichen Wendungen verbunden sind oder vielmehr waren. Auch er vermittelt damit einen anregenden Einblick in die deutsche Sprachkultur über die Jahrhunderte. 



2. Wortgeschichten und Etymologie


Die in Europa gesprochenen Sprachen, und wahrscheinlich alle weltweit, sind nicht entwicklungsresistent; vielmehr sind sie durch den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Austausch oder, mehr unbewusst, durch Wanderbewegungen ständigen Einflüssen von aussen ausgesetzt, die sie verarbeiten und integrieren. Der indigene Wortschatz nimmt Fremdes auf und macht es sich zu eigen. Er verändert und erweitert sich dadurch. Aus wie vielen Sprachen das Deutsche im Verlauf der Jahrhunderte geborgt hat, zeigt uns 


Hans-Gert Braun, Wenn die Wörter wandern (Stuttgart u. Leipzig 2003).


Fremdwörter gab es nachweislich bereits im Althochdeutschen. Eingemeindete Übernahmen aus dem europäischen Raum sind uns breit vertraut (z. B. Parmesan, Paprika). Weniger leicht erkennbar ist die Herkunft von zahlreichen Begriffen aus Afrika („Gummi“, „Monsun“, „Baldachin“ aus Irak, „Admiral“ aus Arabien), Südamerika („Schokolade“ aus Mexiko), Asien („Steppe“ aus Russland, der „Anorak“ der arktischen indigenen Völker, die „Schamanen“ aus Sibirien, das „ketchup“- welch Überraschung! - aus China, das „Tabu“ aus Polynesien).


Andererseits lassen zahlreiche Wörter nicht mehr erkennen, dass sie ursprünglich aus sehr fernen Kulturkreisen stammen, so sehr haben sie sich von ihrer ursprünglichen Lautung entfernt, sich gleichsam klanglich „eingebürgert“. Als Beispiel führt der Autor das Wort „Hängematte“ an, das auf das haitianische Wort „hamock“ zurückgehe. Die Übernahme solcher von so weit her zugewanderter Wörter geht oft mit Veränderungen und Erweiterungen ihrer ursprünglichen Bedeutung einher. Die einheimische deutsche Sprache integriert das Fremde nach Belieben und geht bereichert daraus hervor.  


Sein kleines Buch erhebe keinen wissenschaftlichen Anspruch, erklärt der Autor bescheiden. Seine Erkenntnisse sind aber profund und fernab jeglicher fantasievollen Volksetymologie basierend auf vagen Vermutungen. Dies ist umso bemerkenswerter, als es sich beim Verfasser um einen sehr erfolgreichen Chefvolkswirt handelt, der die Etymologie als eines seiner Hobbies bezeichnet. Sein Buch ist insbesondere auch unterhaltsam. Zu Recht bezeichnet er es im Untertitel als eine „eine unterhaltsame Geschichte."



Die Autorin


Waltraud Legros, Was die Wörter erzählen. Eine kleine etymologische Fundgrube (München 1997)


nähert sich der Thematik aus der Perspektive der Fremdsprachenlehrerin. Durch die fremde Sprache erlebt sie auch die eigene anders. Waltraud Legros will „Wortgeschichten“ erzählen. Sie zeigt beispielsweise, dass sogar das deutscheste aller deutschen Lebensmittel, die Kartoffel, fremd ist und von sehr weit herkommt. Aus Südamerika erreichte sie Deutschland Ende des sechzehnten Jahrhunderts, und ihre „Wortgeschichte“ ist so sprachlich interessant wie kulturell reich. 



Eine faszinierende und originelle Studie zu obsoleten und nicht mehr gebräuchlichen Begriffen und Bezeichnungen kommt von 


Rudi Palla, Verschwundene Arbeit. Ein Thesaurus der untergegangene Berufe (Frankfurt a. M. 1994).


Der Autor ruft Tätigkeiten in Erinnerung, die bis ins frühe Mittelalter zurückgehen, und die das Handwerk in Europa über Jahrhunderte bestimmten. Er beschreibt Berufe, die heute ausgestorben sind, Beutler, Bildgiesser, Klüttenbäcker, Kauderer, Sporer, Melber, Wachsbossierer und zahlreiche andere mehr. Sein Buch darf man als eine Notwendigkeit bezeichnen, weil es veraltete Berufsbezeichnungen und verschwundene handwerkliche Arbeit vor dem Vergessen rettet. Rudi Palla hat eine wertvolle deutsche Kultur- und (Prä-)Industriegeschichte geschrieben.


Wie packend obsolete und untergegangene Wörter, jüngst wieder entdeckt, sein können, zeigt „Mein Wortschatz“, herausgegeben von der Wochenzeitung Die Zeit (2026). Es ist ein Kartenspiel für Sprachbegeisterte, alleine, zu zweit oder in einer Gruppe.

In die gleiche Kategorie gehört Wuchtbrumme, Hechtsuppe & Schürzenjäger (Collection Büchergilde 2010). Ein originelles „Memo-Legespiel“ macht uns mit Wortraritäten der deutschen Sprache vertraut. 


Der antiquierte Wortschatz erlebt gleichsam eine Renaissance.



3. Lehnübersetzungen


Zusätzlich Beachtung würde ferner das Phänomen der Lehnübersetzung verdienen. Sie geht vor allem auf die Mönche im Mittelalter zurück, die Vokabeln, meist aus kirchlichen, philosophischen und wissenschaftlichen Texten, Wort für Wort vom Lateinischen, Griechischen oder Hebräischen in die deutsche Sprache über-setzten. Aus der lateinischen „com-passio“ wurde so das deutsche „Mit-Leid“, aus der „paen-insula“ die „Halb-insel“, aus der griechischen „megalo-polis“ die „Gross-stadt“, aus „mis-anthropos" der „Menschen-feind“. Was auf den ersten Blick urtümlich deutsch erscheint, ist tatsächlich eine Fremdschöpfung. Der Beispiele gibt es in der deutschen Sprache viele.


Und: Die Lehnübersetzung der Mönche aus dem frühen Mittelalter ist heute aktueller denn je, insbesondere im Bereich der so genannten sozialen Medien, denken wir an Begriffe wie download = herunterladen, Fake news = Falschnachricht, oder password = Passwort.   



4. Sprüche, Redensarten, Redewendungen, Schimpfwörter 


Sagen, Märchen, Legenden und andere volksnahe Erzählweisen gehören zur Gattung der Einfachen Formen, wie sie André Jolles in seiner gleichnamigen Studie, erschienen 1930, genannt und beschrieben hat.


Auch Redewendungen, Sagworte, Spruchweisheiten der verschiedenen Ausprägung, sogar Witze, fallen in die Nähe dieses Bereichs. Meist kurz und prägnant gefasst treffen sie den Kern der Sache und bleiben so leicht im Gedächtnis haften. Ihr Stoff umfasst gleichsam jeden Aspekt des menschlichen Alltags, beispielsweise:


Arm und reich,

Lieber arm und gesund als reich und krank,


Liebe und Hass,

Wer nicht hassen kann, kann auch nicht lieben


Glück und Unglück,

Glück und Glas, wie leicht bricht das.


Besonders zahlreich sind Spruchweisheiten aus den Bereichen des


Handwerks (Schmiede, Schneider, Spengler, Metzger, u.v.a.m.),

Eifriges Ringen, führt zum Gelingen,


des Gewerbes,

Gesegnet der Mann, der sich von Arbeit nähren kann, 


und des Bauernstands,

Denk an den Winter, weil’s noch Sommer ist. 

Abendrot gibt ein gut Morgenbrot.


Die aufgeführten und eine reiche Menge diverser Spruchformen finden sich in diesen Ausgaben: 


Sprichwörter und Spruchweisheiten, hg. von Karl August Fritz (Würzburg 2000)


Deutsche Redewendungen. Von Abblitzen bis Zügel schießen lassen.  Hg. und kommentiert von Heinrich Raab (Wiesbaden ohne Datum).


Es gibt etliche andere Ausgaben dieser Art, was zeigt, wie lebendig dieses Sprachgut bis auf den heutigen Tag geblieben ist. 


Spruchformen verschiedener Art gibt es gleichsam in jeder Sprache, und die deutsche ist besonders reich davon und hat eine jahrhundertelange Geschichte. Erste Sammlungen kamen von Johannes Agricola in den Jahren 1528-1534, mit Spruchweisheiten in mehreren Bänden. Sebastian Franck folgte 1541 mit einer Kollektion von rund siebentausend sprichwörtlichen Redensarten. Besonderes Interesse fanden diese Volksweisheiten dann in der deutschen Romantik, die sich rückwärtsgewandt am mittelalterlichen Deutschtum orientierte. Die wahrscheinlich reichste Sammlung ist das Deutsche Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander in fünf Bänden erschienen von 1867 bis 1880 mit, man staune, rund zweihundertfünfzigtausend Einträgen.



Nicht fehlen darf hier


Edmund Hoefer, Wie das Volk spricht. 2008 Sprichwörter und Redensarten (Stuttgart, siebte stark erweiterte Auflage 1873 der Erstausgabe von 1855, neu herausgegebene vom Oesch Verlag Zürich 1997). 


Hoefer, heute allgemein vergessen, war ein zu seiner Zeit erfolgreicher Schriftsteller mit einem ansehnlichen Werk. Seine gesammelten Redensarten kommen aus den verschiedensten Regionen des deutschen Sprachraums, in Hochdeutsch oder Dialekt. Sie sind meist kräftig, deftig, derb:  


Man muss mit dem Fortschritt leben, sagte der Bauer, als er auf den Hintern fiel. 

Wir fehlen alle! sagte die Abtissin, da ihr der Bauch schwoll.


Denn: „Das Volk trägt keine Handschuhe“, wie Hoefer erklärt. 



In diesen Bereich gehört auch Büchmanns Geflügelte Worte, gesammelt und kommentiert von Georg Büchmann, einst das Schatzkästlein für Stubengelehrte. Das Buch wurde erstmals 1864 veröffentlicht und ist seither zahlreiche Male neu aufgelegt worden. Die Ausgabe aus dem Jahre 2007 ist die dreiundvierzigste. 


Büchmann zeigt, dass sich der aktive Gebrauch der Spruchweisheiten im Laufe der Zeit verändert. In der Erstausgabe von 1864 waren rund dreissig Prozent biblischen Ursprungs, in den jüngsten, aufdatierten Ausgaben sind es kaum mehr als deren fünf. Dies will uns sagen, dass das allgemeine biblische Wissen stark abgenommen hat und andere Bereiche dafür zugelegt haben.  


Zahlreich sind auch die


Spruchweisheiten im deutschsprachigen Raum der Schweiz.


Herausgegeben und alphabetisch geordnet wurden sie von 


Paul F. Portmann, Schweizerdeutsche Sprichwörter (Frauenfeld 1983. Neuauflage Frauenfeld 1999). 


Wie vil Chriesi, so vil Stei

Wer kein Chopf het, het Füess.

Wo d Liebi triibt, ischt ke Weg zwiit.


Die Sammlung erstreckt sich über den ganzen deutschsprachigen Raum mit seinen vielen stark unterschiedlichen Schweizer Dialekten. Für Schweizer und Nichtschweizer ist das Buch ein Vergnügen und wird gelegentlich auch zu einer verständnismässigen sprachlichen Herausforderung.  



Ein „Einblick in die deutsche Kultur des Schimpfens“ - so bezeichnet sich die Ausgabe von


Herbert Pfeiffer, Das große Schimpfwörterbuch (Frankfurt 1997).


Sie ist die erste ihrer Art und umfasst in bibliophiler Aufmachung (gleichsam als Kontrapunkt zum bösen Inhalt) mehr als zehntausend hochsprachliche, mundartliche, historische und aktuelle Schimpfwörter, unter diesen den Isegrimm (ein ungeselliger Menschentyp), den Jagdhund (Kriminalbeamter), den Kanuff (Gauner), oder den Kuttenbrunzer (Pfarrer). Die reiche Sammlung zeigt, dass die kreative Phantasie beim Schimpfen offenbar keine Grenzen kennt.  Wer gerne lacht, kommt hier auf die Rechnung.



Im sarkastischen und zynischen Bereich bewegt sich 


Das Wörterbuch des Gutmenschen. Hg. von Klaus Bittermann (München 1998).


Die Autoren gehen hart ins Gericht mit Betroffenheitsjargon und Gesinnungskitsch, so der Untertitel. Schablonen und Worthülsen wie „angedacht“, „gnadenlos“, „Spurensuche“ oder der ubiquitäre  „Hoffnungsträger“ - unerträgliche ausgewalzte und abgedroschene, aber dennoch stets erneut zu hörende und zu lesende Floskeln sind sie allesamt - werden von einem kompetenten Autorenteam (unter ihnen: Eckhard Henscheid, Gerhard Henschel, Ulrich Holbein, Wiglaf Droste) einer harten, aber gerechten Prüfung unterzogen. Hier gilt fortiter in re, und für einmal auch fortiter in modo! Eine hoch willkommene und geistreiche Intervention, für die man nur dankbar sein kann.  



Als stets wohlmeinende Ratgeber empfehlen sich demgegenüber 


Latein für Angeber, hg. von Gerald Drews (Augsburg 1991)


und


In Latino Veritas. Schlag nach bei Cäsar, hg. von Karl-Wilhelm Weeber (München 2017). 


Die beiden Ausgaben wollen jenen helfen, die des Lateins nicht mächtig sind, mit einem antiken Sinnspruch aber hoffen, sich den Nimbus der höheren Bildung zu verleihen. Die Auswahl ist gross,  für jedermann etwas, für jede Gelegenheit etwas. Und in zuvorkommender Weise sind die einzelnen Einträge begleitend kommentiert, damit Unkundige nicht befürchten müssen, fehl zu gehen. Wir finden neben Gemeinplätzen wie O tempora o mores zahlreiche kaum bekannte Sinnsprüche, beispielsweise dass „exempla docent“, „finis coronat opus“ oder dass „spem metus sequitur“.



Nur redlich nützliche Hilfestellungen bei Redewendungen jeder Art bietet  


Margret Beran, Hitting the nail on the head. 3000 Redensarten Deutsch-Englisch (Köln 2007).


Grammatikalische Fehler machen Fremdsprachige Muttersprachlichen nicht unverständlich, und sie können sogar sympathisch wirken. Anders verhält es sich mit wörtlich und damit leider meist falsch übersetzten idiomatischen Redewendungen. Sie werden allzu oft zur Falle, zur Verständnisbarriere. Als Beispiel: „She is built close to the water“ (Sie ist nahe am Wasser gebaut.) wäre muttersprachlich Englisch Sprechenden unverständlich, würde allenfalls eine Lachsalve auslösen.


Das Buch liefert die idiomatisch richtige Übersetzung dieser Redewendung („She is inclined to tears“), und deren dreitausend insgesamt.


Zwei Personen am Bach: links kniet eine Frau an einer Steinmauer, rechts steht ein Mann mit Hut und Fragezeichen im Schilf.

Inclined to tears

© M. L.


Als kleine Übung schliessen wir diese Betrachtungen deshalb mit der englischen Redewendung: Every cloud has a silver lining !




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